Wie FITLE sich daranmacht, den Fashion eCommerce umzukrempeln!

Als ich vor 3 Wochen in Paris war und noch ein wenig Zeit frei war, habe ich spontan Charles Nouboué von FITLE in seinem Office besucht. FITLE sagt Ihnen nichts? Sollte es aber…

Alain Veuve / Charles Nouboué, CEO von FITLE

Alain Veuve / Charles Nouboué, CEO von FITLE

Denn FITLE macht sich gerade daran, Fashion eCommerce grundlegend zu verändern. Dies indem sie Funktionalität bereit stellen, um Kleider virtuell an einem Modell des Körpers des Users resp. der Userin anzuprobieren.
Das macht man, indem man mit dem Smartphone ein paar standardisierte Fotos von sich selber schiesst und einen Account bei FITLE eröffnet. Mit diesem, eigenen Avatar können dann Kleidungsstücke in Shops, welche FITLE anbieten, bequem anprobiert werden.

Die Technologie, die dahintersteckt, ist so komplex wie ressourcenintensiv. Eine erste Version der App hat FITLE nach über 2 Jahren Entwicklungszeit im September gelauncht. Ich habe Charles, dem Gründer und CEO von FITLE, ein kurzes Interview abringen können.

Charles, erkläre doch kurz, was FITLE für den eCommerce tut.

FITLE revolutioniert eShopping, das es Kunden ermöglicht, Kleidungsstücke virtuell von Zuhause aus am eigenen Körper anzuprobieren. Wenn wir Kleider in einem physischen Store kaufen, probieren wir Kleider an und wir können sofort erkennen, ob uns diese Kleider passen oder nicht, bevor wir dann anschliessend bezahlen. Im Online-Store ist dies nicht möglich und wir müssen sozusagen blind kaufen.

Heute bietet FITLE dem Kunden genau diese Möglichkeit: Er oder sie hat die Möglichkeit das Kleidungsstück virtuell anzuprobieren. Das hat für den Kunden den Vorteil, dass er eben nicht mehr „blind“ kaufen muss und senkt für den Shop-Betreiber die Retouren-Rate. Dank der Präzision von FITLE kann der User genau sehen, wo am Körper das Kleidungsstück eher eng oder weit ist, was sein Vertrauen in den Kauf erheblich steigert. Darum profitieren beide, der Käufer und die Brand von der FITLE-Experience.

Wie hast Du die Firma gegründet und wann hast Du realisiert, dass das «Dressing Avatar Konzept» ein grosses Potential hat?

Es ist Fakt: eCommerce explodiert gerade und wird auch in den kommenden Jahren wachsen. Die Verkäufe werden sich bis 2020 um Faktor 2.5 vervielfachen. Im Fashion eCommerce blieb ein Problem: Man konnte die Kleider nicht anziehen, bevor man kaufte.

Ich habe das Potential der «Fitting-Technologie» erahnt, als ich realisierte, dass ich selber 50% der Kleider, welche ich bestelle, zurückschicke. Hauptsächlich weil die Kleidergrösse nicht passt. Nicht in der Lage zu sein, die Kleider vorher anzuprobieren und diese dann in 1 oder 2 von 4 Fällen wieder zurückzuschicken, ist sehr frustrierend. Diese beiden Faktoren überzeugten mich, dass es FITLE braucht. Darum habe ich die letzten 2 Jahre das beste R&D Team formiert, um schlussendlich mit FITLE dieses Problem zu lösen.

Was hat Deine Firma bis jetzt erreicht und wie gestaltet sich Dein Business Model?

FITLE-Office in Paris

FITLE ist die weltweit erste Technologie, mit welcher der Benutzer mit nur wenigen Bildern sein virtuelles Double erstellen kann. Mit diesem Double können dann die Kleider virtuell anprobiert werden. Wir haben die App im September (2015) gelauncht und die FITLE Technologie ist bereits in mehreren Fashion Brand Websites verfügbar. FITLE ist für den Enduser komplett kostenfrei. Wir bieten Brands zwei Dienstleistungen an: Eine virtuelle Anprobe Funktion und eine Lösung für die automatische Übermittlung der Masse für Online-Schneidereien.

Die User können FITLE bereits auf folgenden Websites nutzen:  Swann & Oscar, Albance, Lib & Stael and Zéphyr & Flore

Was sind die grössten Herausforderungen, die Ihr im Moment habt?

Wir haben im Moment 4 hauptsächliche Herausforderungen

  1. Die Technologie: Jeder träumt von dieser Technologie, aber es ist sehr komplexe Technologie mit hohen Anforderungen in fast allen Bereichen. Zudem muss die Lösung für den User wie auch für die Brand einfach einzusetzen sein. Wir sind stolz, was wir schon alles erreicht haben und denken, FITLE ist den Mitbewerbern mindestens ein Jahr voraus.
  2. Der Markt: Wir müssen den Markt erst noch ein bisschen «erziehen» und mehr Awareness für unseren Brand schaffen. Wir müssen den Brands klar machen, dass sie mit unserer Technologie höhere Verkäufe bei gleichzeitig sinkender Retouren-Rate erreichen können.
  3. Die User: Die User müssen die FITLE App und die FITLE Technologie kennen und verwenden.
  4. Der finanzielle Aspekt: Wir brauchen genügend Funding, um die ersten 3 Punkte weiterentwickeln zu können.

Gibt es Märkte, die für Euch neben dem klassischen Fashion eCommerce auch interessant sind?

Ja, wir sehen zwei andere Märkte mit Potential:

Danke FITLE kann der User z. Bsp. die Veränderungen seines Körpers über einen längeren Zeitraum tracken und dokumentieren.

Der Uniform-Markt: Jede Firma, deren Mitarbeiter Uniformen tragen, müssen irgendwann die Masse ausmessen. Z. Bsp. Post-Unternehmen oder Airlines haben tausende Mitarbeiter, welche Firmenkleidung tragen. Mit FITLE kann man das Ausmessen stark erleichtern und damit auch Zeit und Geld sparen

Wie sieht die Zukunft von FITLE aus?

Wir sind überzeugt, dass in den nächsten 5 Jahren jeder und jede einen Avatar haben wird, um Kleider online zu kaufen oder auch um seinen Körper zu tracken. Unser klares Ziel ist es, Marktführer zu sein. Um das zu erreichen, arbeiten wir hart daran, die beste Technologie in diesem Bereich zur Verfügung zu stellen und die beste User Experience zu bieten. Fashion eCommerce ändert sich gerade und wir werden ein zentraler Player dieser Veränderung sein.

Charles, vielen Dank für Deine Zeit. 

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