Die Zukunft des Content-Marketings heißt Video.

2016 ist das Jahr des Content Marketings. Zwar hat schon lange vorher das Erzählen guter Geschichten entscheidend zum Unternehmenserfolg beigetragen, aber irgendwie ist erst seit 10 Monaten jedem Marketingverantwortlichen so richtig klar, dass gute Inhalte und Beeinflusser wohl wichtig sind. Dabei findet momentan jedoch eine einseitige Konzentration auf geschriebene Artikel statt. In Zukunft, zumindest schätze ich das so ein, wird derselbe Content verschiedene Aggregatszustände haben, und diese werden überwiegend aus Video bestehen.

(Lesedauer: 3 Minuten)

Video wird gewinnen

Ich denke der nächste große Trend im Content-Marketing wird Video sein. Das ist für die Profis unter Ihnen nix neues. Für die breite Masse an Marketingtreibenden jedoch schon. Drei Gründe die dafür sprechen:

Video findet bei den allermeisten Menschen den intuitivsten Zugang

Man kann das schon bei kleinen Kindern beobachten: Bewegtbild zieht fast alle Menschen magisch an. Wir können teilweise gar nicht wegsehen, wenn irgendwo im Hintergrund ein Fernseher oder Bildschirm läuft. Zudem ist es meist einfacher, komplexere Sachverhalten mit einer Video-Erklärung zu erfassen als mittels Text. Natürlich gibt es Leute, welche Text schnell und gut lesen können. Meine Erfahrung zeigt aber, dass das in der Breite mit Videos sehr viel einfacher geht.

Video

SocialMedia relativiert SEO

Text-basiertes Content-Marketing hat den großen Vorteil, dass diese Artikel von den Suchmaschinen in der Regel sehr gut indexiert werden (können). Das war lange enorm wichtig und entscheidend um gefunden zu werden. Darum war ich auch bislang ein Freund von Websites, welche wirklich viel Content tragen. Und ich habe damit gute Erfahrungen gemacht, auch wenn ein solches Vorgehen in jeder Hinsicht teuer und aufwändig ist.

Heute aber ist die Bedeutung von SEO für viele (wohlgemerkt nicht alle) Unternehmen gesunken. Mehr und mehr Unternehmen versuchen im Marketing eine Community aufzubauen und finden in SocialMedia die geeigneten Werkzeuge, Platformen und Räume. Auf der anderen Seite steht durch die Verschiebung der Werbebudgets von Offline in Richtung Online auch viel mehr Budget zur Verfügung, als vor sagen wir, 8 Jahren. Und dieses Geld wird ohne großes Umsehen in AdWords investiert. AdWords ist ein im Vergleich doch recht ökonomischer Shortcut zu SEO.

Content wird also mehr „sozial indexiert“ und es geht darum, wer die Aufmerksamkeit der Nutzer schneller erreicht. Simple Frage: Ist das ein angeteasertes Video oder ein extern verlinkter Artikel? Sie können sich die Antwort aus Ihrer eigenen Erfahrung geben.

Video ist heute einfach

Der dritte Grund ist noch simpler: Einigermaßen guten Video-Content zu produzieren ist einfach und günstig geworden. Plus; es gibt mittlerweile viele gute und gleichzeitig preiswerte Dienstleister, welche gute Videos machen können. Dabei spreche ich erstmal vom Handwerk – also der Aufnahme und Postproduktion von Videomaterial. Der Kern, die gute Story, kann Ihnen niemand abnehmen.

Nicht Hochglanz Video – sondern authentische alltägliche Produktion

Was ich oft im Gespräch mit traditionellen Marketingverantwortlichen feststelle ist, dass sie Video noch als eine Art Werbespot verstehen. Und mit aufwändigen Budgets, Drehorte in Florenz und Miami und dem ganz großen Kino gleichsetzen. Und endlos langen Produktionszeiten erwarten.

Ich denke nicht, dass die Zeit von aufwändig produzierten Corporate-Videos vorbei ist – sie sind nur für Storytelling oder lesen Sie Content-Marketing nicht geeignet. Sie sind zu teuer, geben zu viel Aufwand und sind in der Regel zu wenig authentisch.

Eine einmalige Chance

Als ich mir Anfang Jahr Gedanken dazu machte, wie ich in den Firmen in denen ich zu tun habe dieses Storytelling in Zukunft machen könnte, gab es einen, sagen wir, Erweckungsmoment. Es war jener Moment in dem ich realisierte, dass eigentlich niemand in Europa in hoher Kadenz (2-4 mal pro Woche) Storytelling mit Videos macht. Wenn Text-Content-Marketing der große Teich ist – in dem man nur ein relativ kleiner Fisch sein kann – ist Video-Content-Marketing der kleine Teich – und jeder der es ernsthaft macht, fast automatisch ein großer Fisch. Ich denke es gibt im Moment eine einmalige Chance dieses Potential abzuschöpfen.

Content-Marketing ist ein Marathon; beiläufige, einfache Produktion ist Key

Nun mach ich ja auf diesem Blog hier kein bewusstes Content-Marketing. Es ist mir eher so passiert und auch heute noch, schreibe ich jeden Tag weil ich Themen interessant und wichtig finde und nicht, weil irgendwelche Konversion oder Ziele erreichen muss. Wie mächtig das Instrument jedoch ist, habe ich natürlich trotzdem gelernt.

Daher habe ich begonnen mich in den letzten Monaten mit Videos auseinander zu setzen. Erste Überraschung dabei war wie günstig vernünftiges Equipment ist. Mit 2-4k EUR ist man sehr gut dabei.

Die wirkliche Herausforderung an der ganzen Sache ist für mich, nicht mehr Zeit für die Videos als für Blogbeiträge aufzuwenden. Das großartige am Schreiben ist ja, dass es eigentlich immer und überall stattfinden kann. So einfach geht es mit Video nicht. Aber ich denke, ich habe bereits Wege gefunden in Sachen Zeitaufwand unter dem Strich in eine ähnliche Region wie bei den Blogposts zu kommen. Aber ich arbeite noch immer daran. Das schwierige ist, ein gutes Gleichgewicht zwischen handwerklicher Qualität und Aufwand zu finden.

Zu gut kommt einem ein wenig, dass viele Leute gut gemacht Videos von sehr gut gemachten Videos nicht so richtig unterscheiden können. Zumindest ist das meine Erfahrung. Ich denke es reicht ein ordentlich gemachtes Video allemal.

Video Lernkurve

Darum werde ich Zukunft mehr und mehr Storytelling mit Bewegtbild machen. Das natürlich vornehmlich für Accounto, wo ich, unser Team und vor allem unsere Kunden ganz viel zu erzählen haben. Aber ich denke, wenn ich dann dabei bin, wird es auch einfach sein auf diesem Blog viel mehr Video zu machen. Geben Sie mir also mit meinen ersten zukünftigen Video-Gehversuchen noch ein wenig Welpenschutz. Ich lerne jeden Tag dazu und gebe dieses Wissen dann gerne weiter. In einem Video.

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6 Kommentare zu Die Zukunft des Content-Marketings heißt Video.
  1. […] genau diese Ohnmacht auch den Autor einer meiner Morgenlektüre an. Siehe hier den Beitrag „Di... https://blog.cycling-adventures.org/videodreh-an-der-cote-dazur
  2. Jens Ufer Antworten

    Definitiv ist liegt Marketing mit Video im Zeichen der Zeit. Ohne ist kaum noch die nötige Aufmerksamkeit beim Konsumenten/ Kunden zu erreichen. Als Dozent für Unternehmenskommunikation an einer privaten Hochschule (HMKW in Köln), sowie langjähriger Videoproduzent spreche ich aus Erfahrungen im Berufsalltag und im Austausch mit Studenten.

  3. Elmar Eichmann Antworten

    Finde ich eigenartig: Video predigen und dann einen so langen Text zum Thema Video schreiben.

  4. Gunnar Sohn Antworten

    Sag ich doch. Videos quick and dirty produzieren ohne Teleprompter-Rhetorik.

  5. Olivier Dobberkau Antworten

    Dürfen wir bald die Alain Veuve Late Night hier sehen? :-)

  6. Frank Picolin Antworten

    In diesem Zusammenhang sind sicherlich die Baumarkt Produktvideos als early Adopter zu nennen, früh schon erkannten, wie man mit einfachen Mitteln Videocontentmarketing betreiben kann.

    Einmal mehr ein sehr schöner Artikel mit zeitlich gut eingeordneter Beobachtung der Trends. Danke dafür.

    Im Videobereich finde ich den Aspekt der Zielgruppenansprache eine der kommenden Herausforderungen. Die richtige Sprache und Form zu finden ist die hohe Kunst und ich gehe mit, dass Authentizität wichtiger ist als Hochglanz.

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